Und wieder einmal hat es mich nach Missunde verschlagen, an diesen kleinen, besonderen Ort am Ostseefjord Schlei. Es ist kalt, aber sonnig und die Luft ist angenehm klar. Beschaulich ist es hier und an einem herrlichen Tag wie heute, lockt es Ausflügler sogar im Winter an die „Missunder Enge“,  die schmalste Stelle der Schlei. Die Fischbrötchenbude mit Sicht auf den Fähranleger hat in den Wintermonaten geschlossen und die Anlegestege des Yachthafens vor dem Missunder Fährhaus sehen ohne Boote ein wenig verwaist aus. Der Segelbetrieb wird je nach Wetterlage erst Anfang April  peu à peu wieder hochgefahren. Jetzt wirkt die Leere etwas unwirklich und das hat einen ganz besonderen Charme.


Es ist still. Nur ein paar Möwen mit klagenden Rufen auf Futtersuche, kreisen im Tiefflug über eine Gruppe Enten, die sich davon jedoch nicht beirren lässt und kleinere Attacken mit gleichmütigem Quaken quittiert.
Indes nähert sich die „Fähre Missunde II“ dem Anleger. An Bord genießen die wenigen Passagiere Sonne und freie Aussicht auf die Schlei.

Die Seilzugfähre ist ganzjährig an allen sieben Wochentagen im Einsatz und verbindet pendelnd den Ort  Missunde, der sich über zwei Landschaften erstreckt: die Halbinseln Angeln und Schwansen.  Heute Nachmittag nutzen nur wenige Autos die Fähre. Das einigze Motorengeräusch, das man vom Ufer aus wahrnimmt, ist das sonore Brummen des Motors, mittels dessen sich die Fähre an einem Führungsseil entlang zieht und das hat eher was Beruhigendes.


Beim Beobachten der Fähre stellt sich bei mir mit jedem Pendeltakt ein Stückchen mehr Gelassenheit ein. Sogar das Schild an der Rampe mit der Prägung „Motor abstellen, Bremse anziehen und Licht aus“ fasse ich als Einladung dazu auf, die Zweieinhalb-Minuten-Auszeit gänzlich auszukosten. Besonders in so einem Moment unter sattblauem Himmel an der Schlei an einem Nachmittag im Januar.


Fotostrecke

Winterlicher Ausflug zur Schleifähre Missunde

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